This has a complex nose of plums, blackcurrants, chocolate, hazelnuts and violets. Licorice. Crushed stones and green olives, too. Fragrant and layered, with a medium to full body, fine tannins and excellent freshness. Sophisticated and elegant St Emilion. Drink from 2026.
Jeff Leve
Black plums, chocolate, licorice, flowers and espresso create the nose. From there you find a rich, fresh, vibrant, creamy-textured, concentrated and mineral driven wine with a long, intensive, refined finish with layers of mineral-driven, dark red fruits, spices, cocoa and savory herbs in the chalky endnote. Drink from 2023-2050.
The 2020 Poesia is superb, just as it was from barrel. Black cherry, plum, spice, new leather, licorice, cedar and mocha infuse this broad, ample Saint-Émilion with remarkable complexity. This is an especially dense, full-throttle Saint-Émilion, but it all works so well.
Hélène Garcin-Lévêque und ihr Mann Patrice haben ihrem Weingut diesen Namen gegeben — nicht aus Nostalgie, sondern aus Überzeugung: Wein ist eine Form von Poesie, und der beste Wein entsteht dort, wo das Terroir spricht und der Winzer zuhört. Den Namen brachten sie aus Mendoza mit, wo die Familie seit Jahrzehnten Wein auf alten, ungepfropften Reben aus dem Jahr 1935 macht. In Saint-Émilion aber, hoch oben auf dem östlichen Kalksteinplateau, wo der Blick über das Dordogne-Tal reicht und Valandraud sowie Château Péby Faugères die Nachbarn sind, fanden sie 2014 etwas, das diesen Namen wirklich verdiente. Das Gut hieß damals noch Château Haut Villet — vernachlässigt, unbekannt, mit einem Potenzial, das niemand erkannte außer ihnen. Hélène kennt das Rechte Ufer wie kaum jemand sonst: Sie besitzt auch Clos l'Église in Pomerol, Château Barde-Haut und Château Haut-Bergey in Pessac-Léognan. Und dennoch entschied sie sich bewusst, für Poesia keine Grand Cru Classé-Klassifikation zu beantragen — weil ihr Sohn das Weingut übernehmen soll und die Bewerbung den Grundstückspreis so weit treiben würde, dass eine Übergabe innerhalb der Familie kaum noch möglich wäre. Dieser eine Satz erklärt alles über die Philosophie hinter diesem Weingut. 8,865 Hektar Ton und Kalkstein, Plateau von Saint-Émilion, organisch und nachhaltig bewirtschaftet. 70% Merlot, 30% Cabernet Franc, Handlese, 40–120 hl Edelstahl- und Betontanks, 18–24 Monate französische Eiche — Patrice Lévêque, der Winzer. Der 2020er entstand bei minus 22% Produktion gegenüber dem Vorjahr — Natur als Qualitätskontrolle. Was dabei entstand, nannte Jeb Dunnuck ein „hidden gem — dunkle Beerenfrüchte, Cassis, kreidige Mineralität, Veilchen, Kampfer, nahtlose Textur, ausgeprägte Frische. Wird 20 Jahre und mehr aus kühlen Kellern reifen." James Suckling: 95–96 Punkte. Bettane+Desseauve: Mention Spéciale — Meilleures Progressions. „Skulptural, beeindruckend — eine einzigartige Persönlichkeit, gebaut für die Langzeit." Wine Cellar Insider: schöner Salzcharakter im Abgang, lebendig, cremig, mineralgetrieben. Zu Wildgeflügel, Lammrücken, Trüffelgerichten, gereiftem Comté.