In Pauillac pflügen Pferde. Das ist kein Anachronismus, das ist Pontet-Canet — ein 5ème Grand Cru Classé, der die Klassifikation von 1855 längst vergessen gemacht hat, weil seine Weine heute auf Augenhöhe mit Premiers Crus spielen. Alfred Tesseron, der die Tesseron-Familie seit 1975 auf diesem Gut führt, ist kein Winzer. Er ist Bauer. Und dieser Unterschied erklärt alles: keine Chemie, keine Traktoren auf den Weinbergen, kein Computermonitoring im Keller. Stattdessen Pferde, Esel und Kühe für den organischen Dünger. Stattdessen Schwerkraft-Vinifikation, Tag und Nacht betreut von Menschen, nicht Maschinen. Stattdessen biodynamisch zertifiziert seit 2005 — als erstes großes Médoc-Gut überhaupt. Der 2023er ist das Ergebnis dieser Überzeugung — und der mutigsten Ernteentscheidungen, die das Gut je getroffen hat: Den Merlot früher geerntet, um Frische und Fruchtigkeit statt sonnengebackener Aromen zu betonen. Den Cabernet Sauvignon bis nach dem 28. September warten gelassen, um die Tannine zu verfeinern. Das Resultat ist ein Wein, den Jane Anson mit 98–100 Punkten bedachte: „Ein Wein, der von der Qualität und Reife des Cabernet Sauvignon in Pauillac 2023 überzeugt." Assemblage: 52% Cabernet Sauvignon, 39% Merlot, 6% Cabernet Franc, 3% Petit Verdot. Ausbau: 50% neue Barriques, 35% Betonamphoren, 15% gebrauchte Barriques — die Amphoren geben dem Wein jene mineralische Frische, die ihn von vielen anderen Pauillac unterscheidet. In der Nase: Blaubeere, schwarze Kirsche, Cassis, Veilchen, schwarzer Trüffel, fruchtbarer Lehm, moosige Rinde, ein Hauch Kardamom. Am Gaumen seidig, rein, multidimensional, mit einem langen mineralischen Abgang und Lakritznoten.
Ein knackig-frischer und lebendiger Pontet-Canet mit Aromen von Heidelbeeren, Brombeeren, Rosen und Veilchen, dazu Anklänge von Sandelholz und Graphit. Am Gaumen mittelkräftig, mit ultrafeinen Tanninen, die lang anhalten und den Gaumen sanft umschmeicheln. Die Textur wirkt samtig-cremig, begleitet von Noten zerstoßener Steine und einem feinen mineralischen Hauch von Zement. Im Finale zeigt der Wein viel Energie. Sehr zugänglich und von großer Länge. Zum Ende hin gewinnt er an Griff und zugleich an seidiger Geschmeidigkeit, mit einem hellen, lebendigen und präzisen Nachhall. Aus biodynamisch angebauten Trauben. Die Cuvée besteht aus 52 % Cabernet Sauvignon, 39 % Merlot, 6 % Cabernet Franc und 3 % Petit Verdot. Am besten in drei bis vier Jahren.
Der Pontet-Canet 2023 umhüllt den Gaumen mit seidigen Tanninen, während lebendige rotfruchtige Noten, zerdrückte Blüten, Gewürze und getrocknete Kräuter die einzelnen Schichten ausfüllen. Der 2023er ist ein außergewöhnlich finessenreicher Pontet-Canet. Es ist der erste Jahrgang, bei dem der Grand Vin bereits früh, nämlich im Dezember nach der Lese, assembliert wurde – und nicht wie zuvor üblich erst kurz vor der Abfüllung. Dies ist nur eine von mehreren Veränderungen, die zu einem bemerkenswerten Wein mit großartiger Finesse geführt haben. Zweimal verkostet.
Der Pontet-Canet 2023 erfüllt die hohen Erwartungen, die bereits bei den En-primeur-Verkostungen geweckt wurden. Aus dem Glas steigt ein lebendiges, duftiges Bouquet von Cassis, Maulbeeren, Rosenblättern, Bleistiftspänen und Lakritz. Am Gaumen mittelkräftig bis vollmundig, nahtlos und von großer Reinheit, vielschichtig und präzise, getragen von filigranen Tanninen. Kraftvoll und zugleich kontrolliert zieht sich der Wein in ein langes, kristallklares Finale mit feinen Lakritznoten. Die Cuvée besteht aus 52 % Cabernet Sauvignon, 39 % Merlot, 6 % Cabernet Franc und 3 % Petit Verdot. Der Jahrgang markiert eine neue stilistische Ära für das Château, geprägt von noch größerer Reinheit, Frische und Präzision.