„Ein Wein, der lächelt und dich zum Lächeln bringt." So beschreibt Véronique Boss-Drouhin ihren Saint-Véran 2023 — und dieser Satz ist präziser als jede Aromen-Liste, denn er sagt, was dieser Wein wirklich ist: kein Wein zum Studieren, sondern zum Genießen. Sofort. Ohne lange Vorbereitung. Das passt zu seiner Herkunft: Saint-Véran ist die jüngste Appellation des Mâconnais, 1971 per Dekret eingeführt — und die einzige, deren Name ein kleines Rechtschreib-Geheimnis trägt. Das tatsächliche Dorf heißt Saint-Vérand, mit einem abschließenden „d". Die Appellation verlor es. Acht Gemeinden gehören heute dazu: Chânes, Chasselas, Davayé, Leynes, Prissé, Saint-Amour-Bellevue, Saint-Vérand und Solutré-Pouilly — der südlichste Zipfel Burgunds, kurz vor dem Beaujolais, auf demselben jurassischen Kalkstein, der als geologische Verlängerung der Côte d'Or-Kreide beschrieben wird. Derselbe Stein, auf dem Puligny-Montrachet wächst — nur weiter südlich, mit mehr Sonne, mehr Zugänglichkeit und einem anderen Preisschild. Véronique vergleicht den Saint-Véran selbst mit Pouilly-Fuissé: das goldene Leuchten, die grünen Reflexe, der erfrischende Charakter. Aromen reifer Chardonnay-Traube, subtile Moschus-Noten, angenehme Fülle am Gaumen. Das Lesegut per Hand oder Erntemaschine eingebracht, pneumatisch gepresst. Vergärung zu zwei Dritteln in Edelstahltanks und zu einem Drittel in 500-Liter-Fässern — das Holzfass gibt Textur ohne Aromen. 6 bis 10 Monate Ausbau. 2023 heißestes Burgund seit Jahren — und doch mit Frische und Finesse.